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Rastatt. Auf die eine oder andere dieser freundlichen Stimmen hat wohl jeder schon
mal gehört: „Nächste Station: Marktplatz. Anschluss zum Flughafen.“ Beim Fahren mit Bus und Bahn erleichtern Ansagen und Anzeigen die Orientierung. Und diese Technik kann viel mehr, als nur auf Haltestellen hinzuweisen!
„Der Trend geht in Richtung Infotainment“, berichtet Hans-Joachim Reich, Geschäftsführer der Firma Lawo Informationssysteme im badischen Rastatt.
Kipp-Anzeigen waren gestern
Lawo beliefert Omnibus- und Bahn-Hersteller, aber auch Verkehrsbetriebe, mit Fahrgast-Informationssystemen. Immer häufiger werden Bildschirme eingesetzt, die neben dem Streckenverlauf auch das Wetter, Nachrichten oder Werbung zeigen.
Letztes Jahr erzielte Lawo knapp 22 Millionen Euro Umsatz. Den größten Teil machen LCD- und LED-Anzeigen aus. Im Gegenzug haben die guten alten Kipp-Anzeigen, sogenannte Flipdots, schon fast ganz ausgedient.
Wenn Reich selbst mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, interessiert ihn vor allem eins: „Was hat die Anzeige außer dem Fahrziel noch zu bieten? Zwar stammen viele der Innovationen von uns. Aber ich bin immer neugierig auf die Produkte der Wettbewerber.“
Was die Fahrgäste nicht sehen, ist die elektronische Infrastruktur mit Bordrechner, die sich hinter den Anzeigen verbirgt. „Die Entwicklung ist rasant. Ruck, zuck sind wir in der PC-Technik gelandet“, sagt Reich. „Unsere Ingenieure müssen sich schon lange mit Schnittstellen und spezieller Software auskennen.“
Jede Programmierung unterscheidet sich von der vorherigen. Schließlich ist der Weg zum Münchner Stachus ein anderer als der zum Stuttgarter Hallschlag.
Und es gibt physikalische Herausforderungen. In Dubai etwa müssen die Systeme Temperaturen von 70 Grad Celsius aushalten und auch bei extremem Sonnenlicht gut lesbar sein. Die 15 Entwickler unter den 105 Lawo-Mitarbeitern arbeiten auch an solchen Problemlösungen.
Immer neue Herausforderungen
Die nächste Station auf dem Weg in die Zukunft werden automatische Informationen über Anschlussverbindungen sein, die dem Fahrgast jede Verspätung melden.
„Dazu kommen Systeme zur Personenerkennung“, sagt Reich. Die öffnen einer Frau mit Kinderwagen die Tür länger oder vergrößern einem älteren Fahrgast mit Brille die Schrift auf der Anzeige. Kein Wunder, dass der Geschäftsführer bereits einen weiteren Entwickler sucht.
Quelle:
Ausgabe 7. Mai 2011
JOACHIM SIGEL
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